Arvid Gutschow und Alfred Ehrhardt – Artverwandte

Schon 1929 gehörte Arvid Gutschow zu den Protagonisten der wegweisenden Internationalen Wanderausstellung des Deutschen Werkbundes FILM UND FOTO in Stuttgart. Schnell hielten seine Aufnahmen Einzug in verschiedene Zeitschriften und Magazine der 1920er und 1930er Jahre, so unter anderem in Der Querschnitt, Atlantis, Koralle, Das Deutsche Lichtbild und PHOTOGRAPHIE Arts et Métiers Graphiques. Es ist beachtenswert, dass er eine solch rege Publizistik und hochkarätige fotografische Qualität nebenberuflich umsetzen konnte.

Bekannt wurde Arvid Gutschow mit seinem Fotobuch See Sand Sonne, das 1930 im Hamburger Gebrüder Enoch Verlag erschien. Diese frühe Publikation mit 75 Aufnahmen von Meer, Watt, Strand, Dünen und Küstenpflanzen gehört zu den stilbildenden Fotobüchern abstrahierender Landschaftsfotografie; wegen seines Layouts galt es seinerzeit als besonders progressiv. Der Bildband war Inspirationsquelle für weitere Bücher über Meeres-, See- und Dünenlandschaften in den 1930er-Jahren. Die vorwiegend abstrakt gehaltenen Aufnahmen von Sand- und Wasserformationen Gutschows zeigen seinen klar gliedernden und strukturellen Blick, der auch in den Sandstrukturaufnahmen, die Ehrhardt zwischen 1933 und 1936 im Watt bei Cuxhaven und an der Kurischen Nehrung fotografierte, charakteristisch ist. Zudem wohnt ihnen ebenso wie seinen späteren Landschafts- und Technikfotografien eine gestalterische und formale Strenge inne, die der renommierte Hamburger Fotohistoriker Fritz Kempe 1956 wie folgt beschrieb: „Gutschow (…) kultiviert: die Kunst des Einengens, Abstrahierens und Komprimierens. Dazugewonnen hat er eine glänzende Technik. (...) Aus dem ständigen Leben in der Natur wächst ihm Kraft für die geistige Strenge seiner Fotografie.“

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Gutschow, AG Weser, Treppe I, Bremen 1956.jpg
Gutschow, Formen der Technik II, Hannover 1955.jpg