Blumen – Zeitgenössische Fotografie (Gruppenausstellung)

Vor dem Sündenfall hatten die Rosen, einer alten Legende zufolge, keine Dornen, und da Maria von der Erbsünde ausgeschlossen blieb, setzte sich der Typus der „Rosenmadonna“ durch, die sich an den Dornen der Blume nicht verletzen konnte. Hingegen verweist die rote Farbe der Blume auf die Passion Christi. Auch Aphrodite respektive Venus galt im antiken Götterglauben als Rosengöttin; ihre Rose wuchs aus den eigenen Tränen und dem Blut von Adonis, ihrem getöteten Geliebten. Aus Aphrodite/Venus wurde, wenn man so will, die Himmelsgöttin Maria, die bis heute mit dem Rosenmotiv unter anderem über das Rosenkranz-Gebet verbunden ist.Auch für andere Blumenarten, etwa Lilien oder Tulpen, ließen sich vergleichbare historische Bedeutungen herleiten, die in der künstlerischen Intention und späteren Bildrezeption zumindest mitgedacht werden.

Blumen und Blüten, auch diejenigen von Gräsern und Bäumen, tauchen somit in der zeitgenössischen Fotografie in den unterschiedlichsten Kontexten auf. Eine zarte Wucht der Inszenierungen besticht mit Narzissmus und Verletzlichkeit, mit Reduktion und Üppigkeit, mit einer Millisekunde und einigen Tagen Belichtungszeit. Sie führt uns vor Augen, was wir zu sehen und zu schätzen verlernt haben: das Naturschöne und seine bildmächtigen Darstellungen.

Teilnehmende Künstler:
Jessica Backhaus, Wilfried Bauer, Andrea Baumgartl, Frauke Eigen, Amin El Dib, Stephan Erfurt, Fischli/Weiss, Thomas Florschuetz, Jean-Baptiste Huynh, Martin Klimas, Sofia Koukoulioti, Vera Mercer, Holger Niehaus, Christian Rothmann, Miron Schmückle, Luzia Simons, Margriet Smulders, Michael Wesely.

Die begleitende Publikation Flower Power, hrsg. von Matthias Harder, DuMont Buchverlag, Köln 2010 ist während der Ausstellung erhältlich.

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