WILD - Tiere in der zeitgenössischen Fotografie

Manche Tiere werden von uns Menschen mythisch aufgeladen und verehrt, andere unterworfen, geopfert, überzüchtet und ausgerottet. Dabei begleitet das Tier uns in wichtigen Bereichen unseres Daseins: sozial, ökonomisch, materiell, kulturell, religiös und symbolisch. All dies spiegelt sich auch in der zeitgenössischen Fotografie wider. Wir begegnen Tieren zuhause, im Wald oder im Zoo, kennen sie von Bildern, aus dem Film, als Spielzeug und nehmen sie als Nahrung zu uns. Seit Darwin wird der Mensch selbst evolutionsbiologisch den Säugetieren zugerechnet, und widmet sich wissenschaftlich dem eigenen wie auch anderen Stammbäumen. Wohl nie zuvor pflegten die Menschen ein aufgeklärteres Verhältnis zu den Tieren und gleichzeitig auch nie ein entfremdeteres als heute. Je mehr sie zu Objekten unserer Wissbegier werden, desto weiter scheinen wir uns von den Tieren zu distanzieren.

Abgebildet werden Tiere schon seit Jahrtausenden, ja sie gehörten zu den ersten Motiven überhaupt, wie wir unter anderem aus den Höhlen von Lascaux oder Altamira wissen. Auch mit der Erfindung der Fotografie etwa 30.000 Jahre später bleibt das Tier ein zentrales Bildmotiv. Immer seltener wird es allerdings in seinem natürlichen Umfeld fotografiert, stattdessen inszeniert oder als Alter Ego personifiziert. Kein Medium eignet sich so gut, das Verhältnis von Menschen und Tieren zu analysieren wie die Fotografie, deren technische Möglichkeiten vom Schnappschuss bis zur digitalen Konstruktion alle Aspekte unseres Umgangs mit Tieren abzubilden vermag. Zahlreiche Bildbände zum Thema existieren von herausragenden Fotografen des 20. Jahrhunderts, einige werden in der Alfred Ehrhardt Stiftung zu sehen sein.

 

 

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