Filmvortrag von Gert Koshofer "Natur im Farbfilm – Natürliche Farben im Film". Ein filmischer Bilderbogen

Internetbild Screenshot für Vortrag Koshofer.JPG

Screenshot aus englischem Zweifarbenfilm, 1924

Mittwoch, 15. Juni 2011, um 19.00 Uhr, Eintriff frei

Farbe im Kinofilm ist älter als allgemein bekannt. Schon vor dem ersten Weltkrieg gab es erfolgreiche Versuche. Seitdem strebten die Industrie, Techniker und Filmschaffende nach der natürlichen Farbwiedergabe. Diese war besonders wichtig für Kultur- und Dokumentarfilme, bei denen man sich nicht mit sorgfältig von Farbenberatern ausgewählten Kulissen, Kostümen und Schminke helfen konnte, die Unzulänglichkeiten früher Farbfilme auszugleichen. Dazu gehörten auch die Verfahren, die mit nur zwei Grundfarben statt der eigentlich erforderlichen Dreifarben-Mischung arbeiteten. Der Weg zu einer zufrieden stellenden Farbwiedergabe war langwierig und schwierig.

Gert Koshofer verfolgt mit Ausschnitten internationaler Filmproduktionen den Weg des nicht fiktionalen Farbfilms vom Beginn des 20. Jahrhunderts über die 1920er und 1930er Jahre bis in die frühe Nachkriegszeit. Der Bilderbogen reicht von kolorierten und viragierten Filmen über zweifarbige und Farbraster-Filme bis zu den moderneren Verfahren und Filmmaterialien Agfacolor, Kodachrome und Technicolor. Zu den gezeigten Beispielen gehören auch Raritäten aus ausländischen Archiven. Der Referent ist bekannt durch seine Mitarbeit bei der Farbfilmretrospektive der Berliner Filmfestspiele 1988 und als Autor von deren Begleitbuch „COLOR Die Farben des Films“ sowie vieler weiterer Veröffentlichungen und Fernsehbeiträge zur Farbfotografie und zum Farbfilm. Er ist Vorsitzender der Sektion Geschichte und Archive der Deutschen Gesellschaft für Photographie (DGPh).