Lichtbildervortrag von Prof. Dr. Werner Schnell: ›Wie Alfred Ehrhardt um 1940 mit seinen Fotografien mittelalterliche Skulpturen in die Gegenwart holte‹

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Mittwoch, 7. März 2018 um 19.00 Uhr

Eintritt frei | Wegen beschränktem Platzkontingent bitten wir um schriftliche Voranmeldung.

Alfred Ehrhardt ist vor allem durch seine Aufnahmen von Naturphänomenen bekannt geworden und kann dadurch seine Position in der Fotogeschichte behaupten, was zu lange hat übersehen lassen, dass er seit 1938 bis in die sechziger Jahre zahlreiche Fotobände wie auch Kulturfilme über mittelalterliche bis moderne Skulpturen veröffentlichen konnte.

Anhand von ausgewählten Aufnahmen aus dem reichen Bestand der Stiftung wird gefragt, wie Ehrhardt die Skulpturen von Altarschreinen, Taufsteinen und Einzelstücken in Museen und der Sammlung Hartmann mittels Kamera inszenierte; was es beutet, wenn er „sich in das innerste Wesen dessen, was der Schöpfer dieses Werks zum Ausdruck bringen wollte, hineinzutasten“ für nötig hielt, um den jeweiligen Plastiken als Fotograf gerecht zu werden.

Ehrhardt nutzte bei vielteiligen Altären Nahaufnahmen, damit bei begrenztem Buchformat die einzelnen Szenen noch entzifferbar blieben. Zwingend dafür war die Publikationsmöglichkeit von damals weniger bekannten Kunstwerken. Während er neben der Gesamtaufnahme eines Objekts häufig auch Details in Nahaufnahmen herausstellt, die nur selten Ausschnittvergrößerungen sind, finden sich in einem Band sogar nur solche, die sich auf die Köpfe konzentrieren. Sie behaupten somit eine anthropologische Zeitlosigkeit, die dem Betrachter 1942 viel Einfühlungspotential bot, aber heute nicht weniger bietet.

 

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