Literaturhaus der Fotografie: Performance und Gespräch mit Dr. Andreas Weber

Was Natur wirklich ist – Fotografien von Frank Darius aus der Sicht des Naturphilosophen Andreas Weber

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Mittwoch, 17. April 2013 um 19 Uhr, Eintritt frei
Moderation:
Thomas Böhm, Programmleiter internationales literaturfestival berlin

Die Isolierung des Menschen ist nicht das tiefste Kennzeichen seiner Natur, sondern beruht auf der fälschlichen Trennung von menschlichem und anderen Leben, von Ich und Welt, Geist und Gedicht. In den letzten Jahren hat die Biologie, die sich seit Mitte des 19. Jahrhunderts alle Mühe gegeben hat, Empfindung aus der Natur zu vertreiben, das Gefühl als Basis des Lebens wiederentdeckt – und damit auch das Bild des Menschen auf den Kopf gestellt. Haben wir uns bislang ebenfalls als biologische Maschinen verstanden, in denen irgendwie vage noch ein seelischer Faktor enthalten war, so finden wir nun das Gefühl als Prinzip der Natur wieder. Mehr noch: Die neue Biologie zeigt, dass das Phänomen des Fühlens nicht nur das Bewusstsein erklären kann, sondern alle Lebensvorgänge.

Auf Einladung der Alfred Ehrhardt Stiftung setzt sich der Naturphilosoph Andreas Weber in der Reihe „Literaturhaus der Fotografie“ mit den Aufnahmen Frank Darius’ auseinander. „Ich suche danach, was Natur wirklich ist“ lautet, so Weber, die dem Werk von Frank Darius zugrundeliegende Frage.

„Es ist eigentlich schon eine ,Romantik 2.0’, die Darius für uns erschließt, und sie ist ein nicht nur ästhetisches Konzept für die anstehenden Fragen des 21. Jahrhunderts. Ja, es gibt die poetische Dimension der Welt; und ja, sie ist zugänglich – aber diese Zugänglichkeit ist uns und unserem schöpferischen Sehen geschuldet, und zwar darum, weil wir ein lebendiger Teil dieser lebendigen Welt sind.“ (Andreas Weber)

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