Modell-Naturen in der zeitgenössischen Fotografie

Gruppenausstellung mit Oliver Boberg, Sonja Braas, Julian Charrière, Mariele Neudecker, Shirley Wegner und Thomas Wrede

11. Januar bis 26. April 2020
Eröffnung: Freitag, 10. Januar 2020, 19-21 Uhr 

Künstlerische Täuschungsstrategien, wie das Trompe-l’œil, die Illusionsmalerei oder das Modell, üben seit jeher eine Faszination aus, obgleich der Moment der Täuschung meist ein flüchtiger ist. Die Ausstellung Modell-Naturen in der zeitgenössischen Fotografie stellt Arbeiten von Künstler*innen zusammen, die sich mit dem Erkunden der Grenzen von Wirklichkeit und Künstlichkeit, dem Hinterfragen unserer Wahrnehmung und dem Spiel mit unseren Sehgewohnheiten befassen. Die doppelte Natur, also die ästhetische Umformung der Natur, steht im Zentrum ihrer künstlerischen Herangehensweise. Auch wenn es sich um Illusionen, das heißt mimetische Täuschungen handelt, so sind sie nicht weniger real als die kopierte Wirklichkeit selbst.

Als letzte Station der Wanderausstellung zeigt die Alfred Ehrhardt Stiftung Arbeiten von Oliver Boberg, Sonja Braas, Julian Charrière, Mariele Neudecker, Shirley Wegner und Thomas Wrede. Alle fünf Künstler*innen stellen die Vorlagen für ihre Bilder von Hand her und verzichten meist auf eine aufwendige digitale Nachbearbeitung. Sie arbeiten somit im medialen Schwellenbereich zwischen Skulptur, Modellbau und Fotografie, wobei die Fotografie als abschließende Präsentationsform Bedeutung erlangt, da die gebauten Modelle oftmals im Anschluss zerstört werden. Ihnen gemeinsam ist auch das Thema der künstlich konstruierten Natur: Ihre Miniaturen zeigen Fantasieorte, Meeres-, Schnee- und Gebirgslandschaften, urbane Gebiete, Katastrophen und Naturgewalten. Das Modellhafte verschwindet im Medium der Fotografie zunehmend, so dass nicht selten der Eindruck einer täuschend echten Naturabbildung entsteht und die Künstlichkeit in eine Natürlichkeit übergeht.

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